Wer sagt, dass Gedichte lernen nervt? 170 Mädchen und Jungen bewiesen das Gegenteil.

Lychen. Wer erinnert sich nicht an endlose Gedichtinterpretationen in seiner Schulzeit und an das so ungeliebte Auswendiglernen? Diesem generationsübergreifenden Schülerproblem wurden sogar schon eigene Verse gewidmet. „Dann wurde es ganz auseinander genommen und jeder Vers wurde einzeln besprochen. Das hat dem Gedicht das Genick gebrochen...“, rezitierte denn auch Max Daher aus der Lychener Pannwitzgrundschule. Ja, manchmal gehe es ihm auch so, wenn Gedichte behandelt werden, räumte der Sechstklässler nach seinem Vortrag ein. Aber eigentlich mache es ihm großen Spaß, immer wieder neue Verse zu entdecken. Diese Vorliebe teilte Max beim Rezitatorenwettstreit mit 168 anderen Mädchen und Jungen aus 18 Grundschulen zwischen Brüssow und Fürstenwerder, Gramzow und Templin. Damit erlebte der Wettbewerb bei seiner mittlerweile 13. Auflage einen neuen Teilnehmerrekord. Unterstützt vom Daumendrücken der mitgereisten Eltern, Großeltern und Lehrer stellten sich die Rezitatoren mit ihren Gedichten der Jury und dem Publikum. Wer meint, dass bei solchen Wettbewerben unzählige Erlkönige durch Nacht und Wind reiten und noch mehr Goethefans im Walde so vor sich hin gehen, sah sich bei diesem Poesiemarathon in Lychen getäuscht. „Es gab eine ungeheure Vielfalt von Gedichten, ganz viel Neues war dabei“, sagte Lehrerin Kathrin Schröder, die den Wettstreit der Erstklässler begleitete. „Unsere Deutschlehrerin hat uns Gedichte vorgeschlagen, aber wir hätten uns auch selbst etwas aussuchen können“, erzählten Antonia und Hans aus Milmersdorf. „Mir hat das Gedicht Pausenliebe wirklich gut gefallen“, lächelte das Mädchen. Vanessa dagegen hatte sich ganz bewusst für den „Erlkönig“ entschieden. „Das haben wir im Unterricht behandelt und es gefällt mir ganz toll“, erklärte die Sechstklässlerin. Die ein bisschen bedauerte, dass die besten Rezitatoren nur in den Grundschulen gesucht werden. „In der Siebten gibt’s doch auch tolle Gedichte“, überlegte sie. Wenn sich eine weiterführende Schule findet, die so einen Wettstreit auch für die Großen ausrichten will – bei den Lychenern kann man abgucken, wie man den für eine große Teilnehmerschar zum Erlebnis werden lassen kann.

Platzierungen der Pannwitz-Grundschule:

Klasse 3    Melissa Foltis  - Platz 2

                 Lillian Klose    - Platz 3

Klasse 4    Ole Zarbuch    -  Platz 1

                 Hannes Pofahl - Platz 3

Klasse 5    Hellen Dewies - Platz 3