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Von Bernd Schilling

Sechstklässler der Lychener Pannwitz-Grundschule besuchen im Waldunterricht eine Forstbaumschule und ein Holzverarbeitungswerk. Dessen Hölzer werden nach ganz Europa und sogar Asien exportiert.

Uckermark.Immer, wenn im Herbst die Amerikanische Roteiche ihr rotbuntes Laub zeigt, wenn Buchen hellgelb leuchten und der Ahorn eine ganze Farbpalette aufweist, ist für die Sechstklässler der Lychener Pannwitz-Grundschule Exkursionszeit. Die Mädchen und Jungen erleben an diesem Tag wie aus einem Samenkorn ein gehobeltes Brett, ein Balken oder ein Brikett wird. Der Ausflug führt sie zur Templiner Forstbaumschule am Lübbesee und zum Nadelholzverarbeitungswerk Robeta in Milmersdorf. Ahnungslos sind die Schüler aber nicht – sie wissen aus dem Waldunterricht, wie lange es dauert, bis ein Baum gefällt und verarbeitet werden kann. Denn alle zwei Wochen haben sie Waldunterricht im Lychener Stadtwald. 140 Hektar davon sind zum Schulwald erklärt worden, in dem unter Anleitung der Förster Anja Daher, Anke Wlost und Hilmar Alexandrin sowie Biologielehrerin Kathrin Schröder Naturkundeunterricht stattfindet. Das Jahrespensum umfasst unter anderem Artenkunde, Waldschutz vor Schädlingen, Waldpflege, Waldumbau, Holzernte manuell und mit modernen Forstmaschinen. Seitdem 2005 die „Bäume des Jahres“ gepflanzt wurden, wissen die Jugendlichen auch, wie schweißtreibend das Pflanzen von Bäumen mittels Spaten ist. In der Templiner Forst- baumschule begleitet Forst- wirt Normen Lebus die 23 Schüler über die „15 Fußballfellder“ große Anlage. Im Kühlraum sind Samen von Forstgehölzen bei plus 3 bis minus 12 Grad Celsius eingelagert. In eines der schmalen, langen Beete werden soeben Eicheln gesät. Aus einem anderen werden zweijährige Buchenpflanzen ausgepflügt und in Bündeln zu 50 Stück zur Auslieferung bereit gelegt. Rund eine Million junge Forstgehölze werden in Kürze von hier aus ihren Weg in die brandenburgischen Wälder nehmen. Die Beobachtungen faszinieren die Schüler.